Donnerstag, 5. Oktober 2017

Berichterstattung über Rosneft

Vielleicht lese ich ja die falschen Zeitungen oder zu wenige - aber selbst im Netz finde ich lediglich Polemiken, was die Aufgabe betrifft, die Gerhard Schröder bei Rosneft übernommen hat.
Mir fehlt ein sachlicher Bericht, der mir erklärt, was Rosneft ist. Deshalb habe ich nach Tatsachen gesucht, wie sie in Berichten stehen sollten, und folgende gefunden:

Rosneft

Der Konzern hält mit 54 Prozent die Mehrheit an der Raffinerie PCK in Schwedt und ist mit jeweils rund einem Viertel der Anteile an der Bayernoil mit Sitz in Vohburg und an Miro in Karlsruhe beteiligt. Bundesweit beschäftigt das Unternehmen, das nach eigenen Angaben über die weltweit größten Rohölvorräte verfügt, etwa 5000 Menschen.

Der schweizer Konzern Glencore und der Investmentfonds des Emirats Katar übernahmen je 9,75 Prozent Anteile an Rosneft. Der britische Energieriese BP hält 19,75 Prozent. Größter Eigner bei Rosneft bleibt der russische Staat, vertreten durch die Holding Rosneftegas, mit 50 Prozent plus einer Aktie.
Glencore ist seit längerem in Russland aktiv und besitzt Anteile an der Ölfirma Russneft (25 Prozent) und dem Aluminiumproduzenten Rusal (10 Prozent). Der Staatsfonds aus Katar ist am Flughafen von St. Petersburg beteiligt und steigt nun erstmals in die russische Energiebranche ein. Auch ein chinesischer Energieriese ist eingestiegen.
Der russische Ölkonzern Rosneft will in den kommenden fünf Jahren rund 600 Millionen Euro in Deutschland investieren. Es gehe etwa um die Modernisierung von Raffinerien und darum, Sicherheits- und Umweltstandards zu erhöhen, sagte der Chef des Staatsunternehmens, Igor Setschin. Etwa die Hälfte der Gesamtinvestitionen würde derzeit bereits umgesetzt.
Rosneft liefert bereits etwa an Tankstellen des französischen Total-Konzerns.

Der Konzern ist in London und St. Petersburg börsennotiert. Er ist strukturiert wie eine westliche Aktiengesellschaft. Also mit Aufsichtsrat, Geschäftsführung usf., er unterliegt der Börsenaufsicht. Das gleiche gilt für die Hauptaktionäre. Neben den Hauptaktionären gibt es einen weit gestreuten Besitz von Kleinaktionären. Die Aktie kann gehandelt werden wie jede andere.





Sonntag, 1. Oktober 2017

Erneuerung?

Erneuerung versprechen uns die noch nicht abgewählten Politiker. Dazu ist mir ein altes Volkslied eingefallen:
Das Jungbrünnlein
Und im Schneegebirge,
da fließt ein Brünnlein kalt,
|: und wer das Brünnlein trinket, :|
wird jung und nimmer alt.
Ich hab daraus getrunken
gar manchen frischen Trunk;
|: ich bin nicht alt geworden, :|
ich bin noch allzeit jung.
"Ade, mein Schatz, ich scheide,
ade, mein Schätzelein!"
|: "Wann kommst du aber wieder, :|
Herzallerliebster mein?"
"Wenn's schneiet rote Rosen
und regnet kühlen Wein.
|: Ade, mein Schatz, ich scheide, :|
ade, mein Schätzelein."
"Es schneit ja keine Rosen
und regnet keinen Wein:
|: so kommst du auch nicht wieder,:
Herzallerliebster mein!"
Warum enden eigentlich so viele deutsche Volkslieder so traurig? Happy-end wär doch auch mal ganz schön.




Brillanter Journalismus

Beschimpfung Abgehängter im Inland, Eroberungskriege nach außen - damit haben Amerikas Demokraten die Präsidentschaftswahl nicht etwa gewonnen, sondern verloren. Gleichwohl haben unsere deutschen (Volks-)Parteien - als wären sie realitätsresistent -  genau diese Politik der US-Wahlverlierer im hiesigen Wahlkampf vehement vertreten und propagiert und ebenfalls viele Stimmen verloren. Sie erklären uns nun, so weitermachen zu wollen wie bisher. Dagegen wenden sich zwei brillante Journalisten.
Peter Unfried aktuell in der Wochenend-Ausgabe der taz schreibt (sinngemäß): Wir in der alten Bundesrepublik haben nach der Kriegsniederlage durch Anschluss an den Westen gelernt, dass wir nicht den Krieg verloren haben, sondern von der Schreckensherrschaft der Nazis befreit worden sind und eine Demokratie aufbauen halfen. So konnten wir eine schöne Geschichte unseres Deutschland erzählen. Im Gegensatz dazu gönnen wir den Ostdeutschen keine Geschichte Deutschlands, in der sie eine auch nur ordentliche Rolle spielen. Dagegen begehren die Ostdeutschen auf. Dumme rückständige untüchtige Männer. Sollen was lernen. So schlau werden wie wir. Klingt nach Hillary Clinton, der Verliererin. Wahlsieger beschimpfen wir, Ehrensache, wir bleiben dabei. Man könnte zwar aus dem Wahlsieg unserer Gegner Trump oder AfD auch was lernen - aber lernen, wir? Weshalb denn? Wir stellen keine Fragen , wir geben Antworten.
Brillant auch die Analyse von  Peter Richter in der aktuellen Wochenend-Ausgabe der Süddeutschen Zeitung. Er spricht mit einem von ihm geschätzten Soziologen, der es sogar für möglich hält, dass nicht Ostdeutsche die Zurückgebliebenen sind, sondern wir Wessies. Und dass Ostdeutsche die Avantgarde sind. Dass sie in die Zukunft reiten, die freilich riskant sein mag - doch wer habe je behauptet, die Zukunft sei ungefährlich oder gar gemütlich?
Peter Unfried ist mit seinen Grünen so unglücklich wie ich mit meiner SPD. Und weshalb Peter Richter überhaupt in der SZ schreiben darf, obgleich die gesamte Außenpolitik des Blattes den Neocons der US-Ost-und Westküste verpflichtet scheint, ist mir ein Rätsel.
Beide "Peter" sind Glanzpunkte des deutschen Journalismus. Sie schreiben gegen die Parteilinie ihrer Zeitungen an. Dass man sie nicht feuert, mag daran liegen, dass auch sie gut vernetzt sind - oder dass selbst die vernageltsten Redaktionsleiter vor der sprachlichen Brillanz dieser Kollegen die Fäuste senken.
Doch ändern wird sich nichts. Darf sich nichts! Sagen CDU, SPD, Grüne. Die CSU zaudert. Lindner von der FDP mutiert zum Hoffnungsträger. Sarah Wagenknecht von der Linken verhindert nicht die irre Sternchen-Durchgenderung unserer Sprache. Die AfD ist Trump und wird wie dieser mit Pfui und Bäh bedacht.
Die Todeszone breitet sich aus. Beschimpfung Zurückbleibender im Inland, Eroberungskriege im Ausland, Regimechange in aller Welt..

Mittwoch, 27. September 2017

Zukunftsformel Krieg



Die unten folgenden Angaben habe ich in Eigenrecherche aus dem Netz gefischt. Sie sind nicht geheim. Die Quellen sind seriös.
Für mich ergibt sich aus diesen Tatsachen und Prognosen die Frage, ob die USA einer absehbaren Schuldenfalle entgehen wollen, indem sie ihre Stellung als Welt-Hegemon militärisch untermauern.
Es geht dann nicht darum, ob der US-Präsident "echt irre" ist oder "pazifisch orientiert" oder ein Falke. Es geht dann um den von Karl Marx vermuteten Zusammenhang zwischen ökonomischer Basis und politischem Überbau. Da Marx zu den Gründervätern der Sozialdemokratie gehört, müsste die Führung der SPD seine These im Licht der aktuellen Verhältnisse überprüfen. Brauchen Russland und China Frieden, um sich zu behaupten, während die USA Krieg brauchen? Weshalb will der europäische Westen Russlands Einfluss auf dem Balkan und im Kaukasus so energisch zurückdrängen, wie es jüngst in der Wochenzeitschrift "Das Parlament" zu lesen war?  


The U.S. Debt and How It Got So Big
Three Reasons Why America Is in Debt
By Kimberly Amadeo Updated September 18, 2017

The U.S. debt is the sum of all outstanding debt owed by the federal government. It's currently more than $20.1 trillion.

Interest rates are projected to rise above 3 percent in 2018, according to the Office of the Management and Budget. They are expected to increase to nearly 4 percent by 2020. By then, the interest on the debt will almost double, to $474 billion. It will consume almost 9.7 percent of the budget. By 2026, the interest on the debt will be $787 billion, and take up 12.2 percent of the budget. That means the government will spend more on interest than on national defense by 2021.

Details über die Links:

https://www.thebalance.com/national-debt-by-year-compared-to-gdp-and-major-events-3306287
https://www.google.de/search?q=interest+payments+on+us+national+debt&oq=Interest+payment+on+US+Government+debt&gs_l=psy-ab.1.0.0i22i30k1l2.7340.33452.0.39707.29.25.4.0.0.0.365.3603.0j18j1j2.21.0....0...1.1.64.psy-ab..5.3.677...35i39k1.0.95AG0ZA6Am0


1,000 = one thousand
1,000,000 = one million
1,000,000,000 = one billion (deutsch: Milliarde)
1,000,000,000,000 = one trillion (deutsch: Billion)

A million is equal to a thousand thousands (1,000 x 1,000).
A billion is equal to a thousand millions (1,000 x 1,000,000).
A trillion is equal to a thousand billions (1,000 x 1,000,000,000)
or a million millions (1,000,000 x 1,000,000).

How Long Ago Is a Trillion Seconds?

If you count backward, then:
1 million seconds = 12 days ago
1 billion seconds = 31 years ago
1 trillion seconds = 30,000 B.C.
(give or take a decade or two)


Dienstag, 19. September 2017

Unterwegs im Konsenskorridor

Beim letzten Presseclub der ARD vor der Bundestagswahl war davon die Rede, dass die Berichterstattung der Medien sich in einem Konsenskorridor bewegt.Der Begriff verdeutlicht, dass alle Mainstream-Medien in etwa das gleiche berichten. Anstatt Sachverhalte, Ereignisse usf. von allen Seiten zu beleuchten, repetieren sie den gerade gängigen Diskurs, den eh schon jeder kennt. Zum Abertausendsten Mal. Wenn alle zur Mitte drängen, wird an den Rändern Platz für Außenseiter. Das ist einmal DIE LINKE. Ihr wird vorgeworfen, dass sie auch Ex-SEDler in ihren Reihen duldet.
Der AfD wird nicht verziehen, dass sie Rechtsextreme mitnimmt.
Aber was sollen die Parteien denn sonst tun? Die Linke ist dazu da, Linksextreme einzubinden. Die AfD hat von der bundesweit nun mal nicht wählbaren CSU die Aufgabe geerbt, den rechten Rand zu integrieren.
Ich stelle bei mir selbst fest, dass die ständige Predigt für eine "konsensuale" Mitte mich trotzig und mürrisch stimmt. Von meinem Temperament her will ich Partei ergreifen für die Gemobten. Dazu fällt mir nun etwas ein, was mir den Zorn der Gutmenschen eintragen wird. Die sind schon mehrmals mit ihren verbalen Baseballschlägern auf mich losgegangen.
Als ich jung war, hat sich mir eingeprägt, dass aus Dänemark keine jüdischstämmigen Dänen von Adolf Eichmann "auf Transport" geschickt werden konnten. Seinen Befehl, alle Juden müssten sich durch den gelben Stern kenntlich machen, beantwortete die Königsfamilie damit, dass sie sich mit Judensternen zeigte. Eichmann gab auf. Dass mir das einfällt, wenn ich Denunziationen gegen AfD und Die Linke lese, höre, sehe - werden die Profis des Gutmenschentums mir nicht verzeihen.
Nicht, um mich zu schützen vor denen, deren blinden Furor ich verächtlich finde, möchte ich ein paar Worte über mich anfügen dürfen. Vor wenigen Wochen hat mir der Vorsitzende der Gewerkschaft ver’di zur 40jährigen Mitgliedschaft gratuliert und sich mit der Verleihung einer Ehrenadel bedankt.
Fast ebenso lange bin ich Sozialdemokrat und war im Allgäu Fraktionsvorsitzender der SPD im Gemeinderat.Politisiert worden bin ich durch die Studentenbewegung, bin also Alt-Linker.
Die historischen Ziele der Sozialdemokratie, die sich als Erbe der Arbeiterbewegung sowohl wie der Aufklärung versteht, teile ich und setze auf die wenigen Volksvertreter – auch anderer Parteien - , die diese Ziele nach wie vor vertreten. Sie unterstütze ich, so gut ich kann. Sicherung von Rohstoffen im Ausland und Verteilung der Beute im Inland kann nicht die Antwort der Sozialdemokratie oder des Humanismus sein.
Hinzufügen möchte ich auch, dass die Hinnahme bizarrer Sternchen-Durchgenderung unserer Sprache nicht meine Sache sein kann und wird. Ich bin Gründungsmitglied des Verbands deutscher Schriftsteller (VS) und habe unsere Sprache vor Verhunzung, wie sie der rotrotgrüne Senat in Berlin seit seinem Amtsantritt vorführt, zu bewahren.
Ich bemühe mich darum.

Samstag, 16. September 2017

Interessanter Volksvertreter!


In einem Fernsehinterview habe ich vor einigen Tagen erstmals einen mir bis dahin unbekannten Bundestagsabgeordneten reden hören, dessen Ansichten mir sehr erwägenswert erscheinen: Dr. Alexander Neu.
Neu wurde im südlichen Nordrhein-Westfalen als Kind jugoslawischer Eltern geboren und von einem deutschen Ehepaar adoptiert. Er wuchs in Much auf und besuchte dort die Hauptschule. Nach dem Abitur 1990 am Anno-Gymnasium in Siegburg, das er seit 1987 besucht hatte, studierte er Politikwissenschaft in Bonn; dieses Studium schloss er 1995 ab. Im Jahr 2004 wurde Neu mit einer Arbeit zur Jugoslawien-Kriegsberichterstattung der Times und der Frankfurter Allgemeinen Zeitung in Politikwissenschaften promoviert. Außerdem publizierte er bis heute mehrere wissenschaftliche Artikel zur Außen- und Sicherheitspolitik.
Thema der Dissertation Neus waren die Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Berichterstattung der New York Times und der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Ein Hauptergebnis des Vergleichs war, dass ihnen die "ethno-zentrische Perspektive des jugoslawischen Konflikts und der Konfliktursache" gemeinsam war (Kroaten positiv, Serben negativ), welche sie als einzigen Deutungsrahmen anboten. Unterschiede lagen darin, dass die FAZ diese ethnozentrische Perspektive um "Elemente eines zivilisationstheoretischen Welt-Bildes" (Kroatien hochentwickelt, Serbien zurückgeblieben) ergänzte. "Dominierender Akteur sei in dieser Perspektive nicht mehr der Staat, sondern eine zivilisatorische Einheit (die abendländische Zivilisation, afrikanischer Kulturkreis etc.). Das Milieu wäre nicht mehr die anarchische Staatengesellschaft, sondern die anarchische Gesellschaft differierender Zivilisationen, einschließlich des so oft zitierten „Clash of civilizations“. Aus ideologischer Perspektive diente sie als Ab- und Ausgrenzungsmerkmal gegenüber der zivilisatorischen oder kulturellen Andersartigkeit." Einen weiteren Unterschied stelle die Bewertung "der Kroaten" in und gegenüber Bosnien-Herzegowina dar, wobei die Times die Politik Kroatiens stärker nach allgemeinen völkerrechtlichen Prinzipien kritisierte. Die FAZ habe eindeutiger Partei ergriffen, sodass Journalisten sogar mit kroatischen Orden ausgezeichnet wurden.
Zwischen 2000 und 2002 sowie im Jahr 2004 arbeitete Neu bei der OSZE im ehemaligen Jugoslawien.
Neu engagierte sich zunächst in der Partei Bündnis 90/Die Grünen, aus der er 2005 austrat; anschließend wurde er Mitglied in der PDS, die 2007 zur Linkspartei wurde. Von 2006 bis 2013 war Neu Referent für Sicherheitspolitik der Linksfraktion im Bundestag.
Alexander Neu trat bei der Bundestagswahl am 22. September 2013 als Direktkandidat der Linken im Wahlkreis Rhein-Sieg-Kreis I an;[dabei erreichte er als viertbester Kandidat im Wahlkreis 4,7 Prozent aller Erststimmen Außerdem stand er auf Platz 10 der nordrhein-westfälischen Landesliste der Linken. Bei der Wahl gelang ihm über die Landesliste der Einzug als Abgeordneter in den Deutschen Bundestag. Neu ist Obmann im Verteidigungsausschuss des Deutschen Bundestages und stellvertretendes Mitglied im Auswärtigen Ausschuss.
Im August 2016 hat Neu im Deutschlandfunk zu den Aktivitäten der PKK in der Türkei gesagt: "Darüber kann man streiten, ob das Terrorismus ist oder nicht. Man kann auch von Staatsterrorismus sprechen." Dies führte 2017 zu einem Besuchsverbot bei den deutschen Soldaten im türkischen Konya durch eine Bundestagsdelegation, zu der auch Neu gehörte.[10]
Zu einer Veranstaltung „Meinst  du die Russen wollen wollen Krieg?“ lud er mit folgenden Worten ein: Das deutsch-russische Verhältnis ist elementar für die Sicherheit und den Frieden in Europa. Nach einer Entspannungsphase nach dem Ende des Kalten Krieges sehen wir wir seit gut 10 Jahren eine erneute Eskalation zwischen dem von den USA geführten Westen einerseits und Russland andererseits. Der Westem zeigt keinerlei Neigung, mit Russland auf Augenhöhe zu kooperieren. Stattdessen wird durch die NATO- und EU Osterweiterung eine geopolitische Machtverschiebung bis an die Grenzen Russlands verfolgt. Leider lassen sich die Deutsche Bundesregierung, fast alle politischen Parteien (mit Ausnahme der DIE LINKE) und weitere europäische Regierungen bei der Eskalation gegen Russland von den USA instrumentalisieren. 

Übermorgen – 18.09. – wird man ihn, wie ich annehme, auf einer Veranstaltung in Siegburg (nahe Köln) mit Sarah Wagenknecht kennenlernen und seine Positionen kritisch hinterfragen können. Sein Wahlkreisbüro befindet sich dort.

Nachdem ich nun so viel von ihm berichtet habe, möchte ich auch ein paar Worte über mich anfügen dürfen. Vor wenigen Wochen hat mir der Vorsitzende der Gewerkschaft ver’di zur 40jährigen Mitgliedschaft gratuliert und sich mit einer Ehrenadel bedankt.
Fast ebenso lange bin ich Sozialdemokrat und war im Allgäu Fraktionsvorsitzender der SPD im Gemeinderat.
Politisiert worden bin ich durch die Studentenbewegung, bin also Alt-Linker.
Die historischen Ziele der Sozialdemokratie, die sich als Erbe der Arbeiterbewegung sowohl wie der Aufklärung versteht, teile ich und setze auf die wenigen Volksvertreter – auch anderer Parteien - , die diese Ziele nach wie vor vertreten. Sie unterstütze ich, so gut ich kann. Sicherung von Rohstoffen im Ausland und Verteilung der Beute im Inland kann nicht die Antwort sein.
Hinzufügen möchte ich auch, dass die Hinnahme bizarrer Sternchen-Durchgenderung unserer Sprache nicht meine Sache sein kann und wird. Ich bin Gründungsmitglied des Verbands deutscher Schriftsteller (VS) und habe unsere Sprache vor Verhunzung, wie sie der rotrotgrüne Senat in Berlin vorführt, zu bewahren.

Außerdem ist davor zu warnen, in einen einzigen Mann wie Dr. Neu allzuviel Hoffnung zu investieren. Haben wir nicht, wenn auch aus der Ferne, auf Bernie Sanders gehofft? Und was hat er getan? Alles ist möglich, nicht nur Wünschenswertes.    

Mittwoch, 13. September 2017

Die Wahrheit und der Weg dorthin

"Die Wahrheit im eigenen Standpunkt zu erkennen, ist keine Kunst", soll Carl Friedrich von Weizsäcker einmal gesagt haben. Der Angesprochene berichtet, er habe sofort gewusst, wie der Satz weitergehen würde. Ist ja nicht schwer zu erraten. Die Kunst besteht darin, die Wahrheit im Standpunkt des anderen zu erkennen, sogar wenn dieser einem nicht sympathisch wäre. Ich habe über Jahre einen Politiker gekannt, der diese Kunst beherrscht hat: Es war der frühere Bürgermeister von Fischen im Allgäu, Toni Vogler. Immer wieder habe ich ihn dafür bewundert, dass er sogar in wüsten Attacken noch das eine Argument entdeckte, das hilfreich war.
Diese Ausnahmebegabung von ihm hat im Gemeinderat von Fischen, wo ich damals als Fraktionsführer der SPD saß, immer wieder zielführende Diskussionen ermöglicht.
Eine Diskussion ist ein Gespräch (auch Dialog) zwischen zwei oder mehreren Personen (Diskutanten), in dem ein bestimmtes Thema untersucht (diskutiert) wird, wobei jede Seite ihre Argumente vorträgt. Als solche ist sie Teil zwischenmenschlicher Kommunikation.
Das Wort Diskussion stammt vom lat. Substantiv discussio „Untersuchung, [...] Prüfung“[1] ab. Das Verb dazu heißt discutere und bedeutet „eine Sache diskutieren = untersuchen, erörtern, besprechend erwägen“. [2]
Im Gegensatz dazu steht unser öffentlicher Diskurs.
Diskurs bedeutet die gängige und teils sogar institutionalisierte gesellschaftliche Redeweise, die das Handeln der Menschen bestimmt. Und oft genug irreführt.
Diskussion riskant, Diskurs verordnet, hatten wir das nicht?
Müssen wir es immer noch einmal durchsetzen?